von Moai » 8. April 2026, 19:45
Bei uns gab es in den letzten Wochen auch so einige Spieleabende, gerade an Ostern kamen ein paar Spiele auf den Tisch: Zu zweit wagten wir uns auf die Geisterinsel (Spirit Island), spielten mal wieder eine Partie Mischwald (mit allen Erweiterungen) sowie eine Partie Arche Nova.
Dazu war über 2 Tage Besuch bei uns und in dieser Zeit kümmerten wir uns zu dritt um die Szenarien 5 bis 7 bei Endeavor (nachdem wir vor ein paar Wochen noch 1 bis 4 absolviert hatten). Die Ergebnisse waren unterschiedlich: Bei Nr. 5 schafften wir leider nur 4 von 7 Zielen. Nr. 6 hingegen lief dank guter Planung und Absprache hervorragend und schlossen mit einem legendären Sieg (7 von 7 Zielen) ab. Und anschließend war noch Zeit für Nr. 7, bei dem wir immerhin 5 von 7 Zielen schafften.
Zusätzlich zu Endeavor kam noch ein anderes Spiel auf den Tisch, zu dem ich gleich noch kommen werde.
Etwas mehr als eine Woche zuvor lud ich wieder zwei Arbeitskolleginnen zu uns ein. Beide begeisterte Everdell- (und mittlerweile auch Endeavor-) Spielerinnen. Leider musste eine Kollegin kurzfristig absagen, aber dennoch vergnügten wir uns zunächst zu zweit mit einer Partie Everdell, bei der ich der Kollegin Newleaf zeigte (Bellfaire und Spirecrest kannte sie schon). Zu Beginn war sie recht erschlagen von den vielen neuen Handkarten, die es bei der Erweiterung dazu gibt. Aber recht schnell hatte sie einen guten Überblick bekommen und wusste auch die zusätzlichen Felder auf dem Erweiterungs-Spielplan gut zu nutzen.
Am Ende reichte es für sie jedoch nicht: meine Mäuse schlugen ihre Igel mit 125 zu 118 Punkten.
Nach dieser Partie waren wir dann zu dritt und wir holten das oben schon angedeutete Spiel heraus, von dem ich ihr auf der Arbeit schon ausreichend erzählt hatte. Vor ein paar Wochen habe ich mir nämlich This War of mine zugelegt, das auf dem gleichnamigen Computerspiel basiert.
Natürlich wäre jetzt die Frage: Kennt einer von euch Boardgame oder PC-Spiel?
Für die, die es nicht kennen: Es ist ein kooperatives Spiel mit einem sehr "speziellen" Thema. Es geht dabei um Zivilisten in einer Stadt, die von einem Krieg zwischen Soldaten und Rebellen zerstört wurde und der immer noch gekämpft wird. Wir spielen solche Zivilisten, die versuchen, so lange wie möglich in den Ruinen zu überleben. Und das ist letzten Endes auch das Spielziel: bis zum irgendwann kommenden Waffenstillstand zu überleben und wenn möglich so wenige Charaktere wie möglich zu verlieren.
Gleich vorweg: Das Spiel ist eindeutig nicht jedermanns Sache, das Thema ist oftmals sehr hart, traurig, erschütternd und lässt einen nachdenken oder verzweifeln. In den Rezensionen heißt es auch, TWom ist mehr ein Erlebnis als ein Spiel. Uns "gefällt" es, soweit man beim Thema Tod, Krieg und Leid überhaupt von gefallen sprechen kann.
Wir haben es mittlerweile schon des öfteren auf den Tisch gebracht und oftmals waren es recht schnelle Partien, wo innerhalb von wenigen Tagen alle Startcharaktere entweder an Verletzungen oder Krankheiten gestorben sind und aus Traurigkeit uns entweder verlassen oder Selbstmord begangen haben.
Am besagten Abend gab es zunächst nochmal eine solche Partie: nach drei Tagen ist ein Charakter von einem Scharfschützen erschossen worden, ein anderer Charakter ist wegen starkem Hunger gestorben und am Morgen stellten wir fest, dass der letzte verbliebene Ch. in der Nacht mitsamt unserem Essen von dannen gezogen ist.
Daher probierten wir eine zweite Partie, die gegen 20.45 Uhr begann und etwa um 1.30 Uhr endete. Und dieses Mal gelang es uns, bis fast zum Schluss alle 3 Startcharaktere (man beginnt das Spiel immer mit 3 zufällig gezogenen Charakteren) am Leben zu halten. Doch dann stießen wir beim Plündern auf eine Horde bewaffneter Schläger, die sogleich das Feuer eröffneten. Und einer aus unserer Truppe erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Nichtsdestotrotz hielten wir anschließend bis zum Waffenstillstand durch und hatten die erste "erfolgreiche" Partie absolviert.
Das Fazit: This War of mine ist in der Tat ein besonderes Erlebnis und wohl mit kaum einem anderen Spiel zu vergleichen. Es ist eindeutig nicht jedermanns Sache. Womit ich nicht nur das Thema Krieg und Tod meine. Es ist nichts für Taktiker und Vorausplaner, weil einfach nicht vorhergesehen werden kann, was so alles passiert. Aber dennoch hat es einen gewissen Wiederspielreiz. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie eine Partie ablaufen kann und was in den Tagen so alles passiert. Und es lässt sich auch nicht sagen, was die beste / sicherste Vorgehensweise ist, da so viel unterschiedliches (und meistens auch negatives) passieren kann. Nur die Dauer würde in meinen Augen verhindern, es öfter zu spielen. Denn eine erfolgreiche Partie kann durchaus 3 bis 4 Stunden dauern.